Es war so lustig, den Elefanten zuzusehen, wie sie über der Wüste schwebten. Das mussten riesige Luftballone sein, die nur aussahen wie Elefanten. Und woher kamen die bunten Murmeln, die am Wegesrand lagen? Es waren so viele, keiner konnte sie zählen. Das Licht der Sonne ließ sie glitzern und schüttete die vielen Farben wie Konfetti auf den heißen Sand.
Sara liebte Murmeln und alles, was bunt war.
Wenn es nur nicht so furchtbar heiß hier wäre, dachte sie. Schweiß tropfte auf ihr Knie, und plötzlich war sie ziemlich durstig. Genau in diesem Moment verschwanden die Farben und die Elefanten entpuppten sich als Kamele, die sich hingelegt hatten. Die Murmeln waren blöde Steine ohne Glanz, dafür mit ganz viel Staub bedeckt.
Warum nur bin ich hier? Sie kräuselte die Nase wie sie das immer tat, wenn sie nachdachte. Was soll ich hier in der Wüste? Und warum bin ich ein durstiger Mensch und kein Kamel, das ganz lange ohne Wasser auskommt?
Eine Eidechse huschte auf sie zu, blieb liegen, schaute hoch. „Du kannst nicht ändern, wer du bist“, sagte sie zu ihr. „Wieso kannst du reden?“, fragte Sara. „Wieso fragst du so viel?“, antwortete die Eidechse. „Dein Leben ist das, was du denkst. Du kannst es dir schön denken, dann siehst du die Farben und die Leichtigkeit, die es gibt. Doch du kannst es dir auch hässlich denken, dann siehst du überall Staub und Elend, die es auch gibt.“
Sollte es so einfach sein? Fantasie hatte sie genug, also dachte sie an Zuhause und wie schön es dort war.
Plötzlich lag sie in ihrem Bett. Was für ein Traum! Sie rieb sich die Augen. Was war mit ihrem Zimmer passiert? Das silberne Windspiel vorm Fenster schickte die Sonnenstrahlen auf den Fußboden, wo sie in bunten Farben tanzten. Benjamin Blümchen von der Fensterbank lächelte ihr zu. Und Sara fühlte sich so leicht, ihre Füße flogen fast über den Flokati, als sie zur Tür rannte. „Mein Zimmer war noch nie so schön“, dachte sie, als sie kurz stehen blieb. Und der neue Tag würde richtig bunt werden, das wusste sie.