Beispiele – Persönliche Gedichte

Alle Gedichte © Anita Hasel

Für den Stiefvater

Es war einmal vor 17 Jahren,
da haben wir erstaunt erfahren,
dass Mama sich versichern sollte.
Ein Mann, der wusste, was sie wollte,

den traf sie schließlich ziemlich oft,
auch mal mit uns, gaaanz unverhofft!
Der Mann, das wusste bald ein Jeder,
war kein Versicherungsvertreter.

Er war ein Dieb, der unsr’e Herzen
im Sturme stahl, ich will nicht scherzen.
Beim 1×1 kam er ins Schwitzen
und blieb beim Elternabend sitzen.

Er war auch streng! Gar keine Frage,
ob ich die blöde Spange trage.
So manche Sorge in der Nacht
hat er mit uns hindurchgewacht.

Fiel mal `ne Ausrede uns ein,
sprach er: „Mein Engel, lass‘ das sein!“
Dann war schnell Schluss mit Fun und Spaß,
denn seine Standpauke, die saß.

Und als die Herzensbrecher kamen,
die wir uns sehr zu Herzen nahmen,
ließ er uns damit nicht allein –
war auch die Disco eine Pein!

Drum lieber Horst, hör‘ weiter zu:
Ein echter Vater, das bist du!
Viel mehr gehört zum Vatersein
als nur die Abstammung allein.

Ein Mann, der seine Frau so liebt
und der Familie alles gibt,
der darf auch gerne einmal lachen
wenn wir mal dumme Sachen machen.

Der darf mal poltern ohne Reue
und bei der Wanderung die neue
ganz tolle, helle Hose tragen,
uns durch die Schlagerpartys jagen.

Und denk‘ dran,  sind wir auch schon groß:
So richtig wirst du uns nie los!
Mag auch das Hirn ein Schussel sein,
dein „DITO“ fällt uns immer ein.

Bleib wie du bist und bleib gesund,
gib uns zum Feiern immer Grund,
gib deinen Senf immer dazu,
lass‘ uns auch künftig nicht in Ruh‘!


Für die Mutter und Oma

60 Jahre und kein bißchen leise,
denn dein Lachen steckt uns alle an,
60 Jahre, stehst in unsrem Kreise,
sag’, was fingen wir nur ohne Mama an!

Denn du bist Taxifahrer,
du bist die Spülmaschine,
auch das Bettenmachen machst du stets mit froher Mine!

Du bist die Nanny,
du bist Babybreiexpertin,
und für Tommi eine tolle Spielgefährtin!

Du bist Finanzberater,
du bist der Schlafbewacher,
bei Familienfeiern bist du auch der große Kracher,
denn du backst und hilfst das Essen zu versüßen,
weshalb wir dich zu den Partys gern begrüßen.

Du bist immer da,
du kommst, wenn wir dich rufen,
kämst bei Blitzeis garantiert sogar auf Schlittschuhkufen!
Sind wir krank, o ja, dann dürfen wir uns freuen,
denn die Mama wird uns sicher gut betreuen.

Du bist ein großer Preis,
die Beste, die wir haben,
sag, wo wären wir nur ohne deine guten Gaben?
Darum wollen wir heut‘ keine Mühen scheuen,
zum Geburtstag uns mir dir so richtig freuen!

Du bist der große Retter
in jeder kleinen Not,
schmierst die Fehler, die wir machen, niemals uns auf’s Brot.
Dafür wollen wir dir heute danke sagen,
ganz von Herzen, deine Wuppertaler Plagen.

Denn du bist 60 Jahre,
du bist kein bißchen leise,
immer freundlich, immer Mama stets auf deine Weise.
Und fällt die Welt uns auf dem Kopf ganz nah bei Hessen:
Unsre Mama werden wir niemals vergessen!


Für den Kollegen

Ab der Hälfte vom Jahrhundert,
ist man plötzlich alt, wen wundert’s
dass die ersten 50 Jährchen
gingen weg so wie die Härchen
in dem nicht mehr jungen Ohr:
Nichts mehr bleibt wie einst zuvor!

In der 50 steckt die Hex’:
Blass erschrocken und perplex,
sieht der frischgeback’ne Greis,
dass er nicht mehr alles weiß,
und auch nicht mehr alles kann:
50 Jahre, Schluss mit Fun!

50 Jahre auf den Knochen,
sind nun schnell beim Sport gebrochen.
Füße, die auf Tischen liegen,
schwerer nun als früher wiegen.
Schneller knacken mit Elan
Knöchel an den Kanten an!

50 Jahre in der Birne.
Doppelt mehr als junge Hirne
denken und sich merken sollen,
lasten schwer nun bei den vollen
E-Mails- und Terminprämissen,
lassen Pünktlichkeit vermissen!

50 Jahre auf dem Kiefer,
plötzlich wird die Miene schiefer,
als beim festen Biss die Nuss,
mit dem Knacken machte Schluss.
Nüsse er nun nicht mehr will:
Endlich ist’s im Büro still!

50 Jahre ohne Bauch,
doch bei Greisen ist es Brauch,
diesen sich nun anzufuttern,
mit Genüssen wie bei Muttern,
stellt man ihn dann gern zur Schau:
darauf achtet jede Frau!

50 Jahre sind im Leben,
viel gelebte Jahre eben,
viel Gedöns um eine Zahl
und viel Blödsinn allemal.
Denn Herr Müller bleibt noch jung,
mit Humor und frischem Schwung.

Immer an die Arbeit denken,
hilft vom Rheuma abzulenken.
Immer stille sein beim Essen,
hat die Zähne man vergessen.
Besser schöne Äpfel waschen,
als vom süßen Topf zu naschen.
Immer früher zu Terminen,
liegt der Hacken auch in Schienen.
Und mal auf die Frauen hören,
tät den Altersfortschritt stören,

…raten wir, die Technikdamen,
die in diesem runden Rahmen,
Ihnen eine Freude machen,
ohne Firlefanz und Sachen,
gratulier’n auf uns’re Weise
mit dem süßen Obst zur Speise
und ´nem duften Tabakstängel,
dass Sie bleiben wie ein Engel,
immer nett, charmant und froh:

Dafür mögen wir Sie so!


Für die Freundin

Schon lange hatten wir Bedenken,
dir was zum Ehrentag zu schenken.
Denn das Geschenk soll dir das geben,
was dir zum Glück noch fehlt im Leben.

Erst dachten wir an eine Spende,
für Möbel, Deko und die Wände,
doch in dem schönen, frischen Haus,
sieht es schon jetzt gemütlich aus.

Im Buchhandel sind wir gewesen,
doch du bist schon so sehr belesen.
Im Gartencenter sah‘n wir’s ein:
Dein Garten kann nicht schöner sein!

Dann dachten wir an rote Rosen,
die sind zum Riechen und Liebkosen,
doch unnütz, wenn wir diese hätten:
Auf Rosen tut dein Mann dich betten!

Und dann gibt’s viel für Fun und Sport,
doch hast du Freunde, die sofort
mit dir verweilen, frisch und froh,
und sportlich bist du sowieso.

So hast du schon ein gutes Stück
von dem begehrten großen Glück,
Gesundheit fiele uns noch ein –
die kommt mit Mäßigkeit und Wein.

Drum wollen wir dir Muse schenken,
mit etwas zum im Glase schwenken,
dazu ein Schuss Gelassenheit,
und gute Freunde mit viel Zeit.

Auch etwas Raum für Fantasien –
was einst noch unerreichbar schien,
mag mit Ideen weiter reifen,
du brauchst nur noch danach zu greifen.

Vor allem wollen wir dran denken,
dir noch von Herzen Freude schenken
mit Fröhlichkeit und reinem Wein,
den schenken wir dir gerne ein.

Und nun, zum Schluss der guten Gaben,
sollst du noch Glück und Liebe haben,
denn damit wirst du – es ist wahr –,
mit Leichtigkeit auch 100 Jahr.